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FAKTEN

Sechsunddreißig Jahre Erfolgsgeschichte:

Kaum ist das Lügenmuseum voll erblüht, fliegt es schon  allen um die Ohren.

Das Lügenmuseum verabschiedet sich am 26. September mit einem Grande Finale im Gasthof Serkowitz. Auf kommunale Anordnung endet das Engagement des Künstlerpaares Dorota und Reinhard Zabka für das Gesamtkunstwerk im Gasthof Serkowitz, Wohnsitz und Sitz des gemeinnützigen Verein Kunst der Lüge.

Geschichte:
Die Stadt hatte das Lügenmuseum eingeladen, den ruinierenden historische Gasthof zu beleben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Erbpachtvertrag wurde durch den Oberbürgermeister vertraglich zugesagt. Eine Erfolgsgeschichte: Der Gasthof wurde zu einem Ausflugsziel für Familien, Künstler und internationale Gäste. Für diese Leistung erhielt Reinhard Zabka den Kunstpreis der Stadt Radebeul. 

Das Künstlerpaar bedankt sich für die Gastfreundschaft und lädt am 26. September zum Grande Finale Lügenmuseum ein. In diesem Rahmen erhält das Künstlerpaar für sein langjähriges Engagement den Publikumspreis „Best Museum of Germany 2026“.

Bis zum letzten Tag ist das Lügenmuseum täglich geöffnet. Noch 10 Tage kann das Gesamtkunstwerk erlebt werden. Aus dem Spannungsverhältnis von Verfall, Geschichte und Kunst entfaltet es eine fabelhafte Wirkung. Künstler, Kulturszene und Besucher trauern um den kulturellen Verlust.

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26.9. ab 19 Uhr Grande Finale Lügenmuseum
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Dorota und Reinhard Zabka
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Zur Pressekonferenz am 25.9. 11 Uhr wurden eingeladen: 
Susanne Altmann, Kunsthistorikerin; Iduna Böhning, Galeristin; Conrad Clemens, Kultusminister; Manuel Frey, Stiftungsdirektor; Matthias Flügge, ehemaliger Direktor der Kunsthochschule Dresden; Ralf Hänsel, Landrat des Landkreises Meißen; Olaf Helbig, Denkmalpfleger des Landkreises Meißen; Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung; Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland; Friederike Koch-Heinrichs, Sächsischer Museumsbund; Klaus Michael, Sächsische Akademie der Künste; Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker; Peter Knüvener, Direktor der Städtischen Museen Zittau; Susanne Köstering, ehemalige Geschäftsführerin des Museumsverbands Brandenburg; Gabriele Lorenz, Kulturamt Radebeul; Undine Materni, Autorin; Claudia Muntschick, KREATIVES SACHSEN GmbH; Barbara Klepsch, Staatsministerin; Dr. Marcus Pieper, Stiftung Sächsische Gedenkstätten; Carolin Quermann, Kunsthistorikerin, Kustodin für Grafische Sammlung und Skulptur, Städtische Galerie Dresden; Torsten Rommel, Künstlerbund; Fabian Schwitter, Autor; Gabriele Stötzer, Künstlerin und Zeitzeugin; Christoph Tannert, Kunsthistoriker; Kirstin Zinke, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur Sachsen e. V.;  sowie Stadträte aus Radebeul und Vertreter der Medien.
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Einer von 200 Seiten Briefe an den Oberbürgermeister, siehe Webseite: https://www.luegenmuseum.de/briefeanob
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"Werter Bert Wendsche, Oberbürgermeister der Stadt Radebeul! Mit Entsetzen und Unverständnis erfahren wir von der Schließung des Lügenmuseums in ihrer Stadt. Wir haben die Gründung in Babe miterlebt und auch die Phasen der Ausformung bis zum Umzug nach Radebeul. Dieses Museum gehört zum Weltkulturerbe...  Wir kennen - zumindestens im europäischen Raum wenig vergleichbares. - Bewahren Sie es!  Bitte informieren Sie uns über die Maßnahmen der Stadt zur Rettung dieses 'JUWELS'.  
Herzlichst Gabriela & Bogomil J. Helm, Akademie der Künste Berlin, 16.9.2026"

Antwort des Oberbürgemeisters:
Sehr geehrte Frau und Herr Helm, 
vielen Dank für Ihre Email und den Ihr Interesse am durch Herrn Zabka privat geführten „Lügenmuseum“. Es ist beachtlich, dass Sie die Angelegenheit aus Berlin verfolgen. Dass Sie uns als Stadt dessen Bewahren ans Herz legen, ist verständlich. Doch sind wir als Stadt nicht Betreiber des „Lügenmuseums“. Wir haben Herrn Zabka das Gebäude ausdrücklich nur als „provisorisches Museum“, als Übergangslösung zur Verfügung gestellt. Wir haben uns als Stadt zudem stets um eine tragfähige Zukunftslösung bemüht. Doch gehören bei Immobilienangelegenheiten immer zwei Partner, nämlich der Vermieter und der Mieter, dazu. Über Jahre haben wir eine Lösung gesucht, letztlich waren alle Bemühungen erfolglos, so dass wir als Stadt uns zur Kündigung des Mietvertrages gezwungen sahen. Die Gerichte haben uns vollumfänglich bestätigt. Nun ist eine Situation entstanden, die sicher für den Mieter unschön ist, aber er hat sie maßgeblich selbst verschuldet.


Unsere Gegenargumente:
1. Museum ist kein Provisorium.
Ein Museum ist eine auf Dauer angelegte Kultureinrichtung, die Zeugnisse ihrer Zeit sammelt, bewahrt und für kommende Generationen zugänglich macht. Die Zusage eines Erbbaurechtsvertrages war eine auf Dauer ausgerichtete Entscheidung und bildete die Grundlage für die Entwicklung des Lügenmuseums an diesem Standort.

2. Verwaltung:
Ein zunächst vorläufiger mietfreier Vertrag, die vertraglich zugesagte Perspektive eines Erbbaurechtsvertrags und schließlich eine Kündigung ohne vorherige Abstimmung mit dem Kulturamt. Die Zustimmung des Stadtrates wurde erst nachträglich eingeholt.

3. Kulturpolitisch:
Anordnung der Schließung ohne nachvollziehbare Begründung, keine Abstimmung mit dem Kulturamt und ein Vorgehen, das dem Kulturentwicklungsplan für Radebeul bis 2030 widerspricht. Petitionen, Vermittlungsversuche, Stellungnahmen und Briefe blieben wirkungslos.

4. Kunsthistorisch:
Das Lügenmuseum ist ein Gesamtkunstwerk mit einem besonderen Alleinstellungsmerkmal. Zahlreiche positive Stellungnahmen liegen vor, unter anderem von der Akademie der Künste, der Direktion einer Kunsthochschule, dem Museumsverband, dem Künstlerbund, dem Landesverband Soziokultur, dem Denkmalamt und zahlreichen Architekt:innen.

5. Gedenkstätte:
Ort des kulturellen Widerstands und der Gegenkultur, Wegbereiter für neue Formen kultureller Praxis und Bewahrer von Kulturtechniken der Friedlichen Revolution.

6. Und das kann Kunst:
In einem mehrfach überbauten mittelalterlichen Gebäude, dessen Geschichte von der Überformung zum dörflichen Kulturhaus der DDR bis zum morbiden Verfallszustand mit abblätternden Farben im Tanzsaal reicht, eine museale Inszenierung einzupassen und mit den vorhandenen Zuständen in einen Dialog zu bringen, ist ein künstlerisches Meisterstück. Dieses Gesamtkunstwerk als Zeitzeugnis mit internationaler Ausstrahlung aufzubauen, ist eine herausragende Kulturleistung. Daraus ergibt sich die Empfehlung, es in das Blaubuch der Bundesrepublik aufzunehmen.

Radebeul, 21. September 2026
Liebe Freunde des Lügenmuseums,
wir möchten Euch allen danken, die uns in den vergangenen Monaten und Jahren unterstützt und Euch für den Erhalt des Lügenmuseums eingesetzt haben.
Viele von Euch haben Briefe an das Stadtoberhaupt, den Ministerpräsidenten und andere Verantwortliche geschrieben. Auf eine Aufsichtsbeschwerde erhielten wir die Empfehlung, einzelne Entscheidungen juristisch überprüfen zu lassen. Siegfried demonstrierte drei Tage vor dem Rathaus. Zwei Petitionen blieben ohne Reaktion. Friedensrichter, Fachleute, Amts-, Land- und Oberlandesgericht konnten keine Vermittlung erreichen. Auch Gespräche und Schreiben an Persönlichkeiten, Stiftungen und Institutionen auf Bundes- und Landesebene führten zu keiner Lösung.
Wir haben gleichzeitig nach neuen Standorten gesucht – von Gasthöfen bis zu Schlössern. Viele von Euch haben uns Hinweise und Empfehlungen gegeben. Wir haben Orte besucht, Konzepte eingereicht und mit Kommunen verhandelt.
Wir haben der Stadt Radebeul das Museum als Schenkung angeboten – ohne Reaktion. Zwei konkrete Kaufangebote wurden ebenfalls nicht aufgegriffen. Der Künstler Michael Horwath wandte sich an Staatsminister Clemens.
Nicht zuletzt danken wir allen, die uns mit Spenden unterstützt haben. Sie haben uns ermöglicht, diese schwierige Zeit durchzustehen und weiter nach Lösungen zu suchen.
Wir wissen, dass wir diesen Weg ohne Eure Unterstützung nicht hätten gehen können. Dafür danken wir Euch.
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Herzlich
Dorota und Reinhard Zabka

​Radebeul, 18. August 2026


GALGENFRIST FÜR DAS LÜGENMUSEUM

Vor dem Oberlandesgericht Dresden am 7. Mai 2026 wurde ein Verzug der Zwangsräumung bis Ende September 2026 erwirkt. Der Oberbürgermeister räumt ein, dass sich die Betreiber des Lügenmuseums nach der Räumung auch um den Kauf der Immobilie bewerben können. Eine Zwangsräumung bedeutet ein Todesurteil für die Radebeuler Kulturinitiative Lügenmuseum.

Angebot an die Stadt, das Lügenmuseum als Schenkung anzunehmen, um dieses Gesamtkunstwerk zu erhalten, wurde bisher nicht beantwortet. Es gibt viele Ideen und Aktionen für den Erhalt sowie einige Vorschläge für alternative Standorte. Wenn jemand bei der Recherche helfen möchte, freuen wir uns sehr.

Jeder Tag, an dem das Lügenmuseum geöffnet ist, ist ein Erfolg. Das Lügenmuseum ist so fabelhaft wie nie zuvor. Kommt noch einmal vorbei.

Auf die am 17. Dezember 2025 übergebene Petition "Rettet das Lügenmuseum in Radebeul" mit 3.066 Unterschriften gibt es bis heute keine Antwort.

April 2026 
Während des laufenden Gerichtsverfahrens wurde ein Teil des Gartens des Lügenmuseums an unbekannte Dritte veräußert.

Dezember 2025
Am 17. Dezember 2025 wurde eine zweite Petition "Rettet das Lügenmuseum in Radebeul" mit 3.066 Unterschriften an dem Oberbürgermeister Bert Wendsche übergeben. 

November 2025
Das Landgericht Dresden hat der Stadt Radebeul in erster Instanz Recht gegeben und die Räumung des Lügenmuseums bestätigt. Das Lügenmuseum hatte eine Kaution in Höhe von 5.000 Euro hinterlegt.

August 2025
Das Amtsgericht Meißen hat die Räumungsklage der Stadt Radebeul gegen das international renommierte Lügenmuseum an das Landgericht Dresden verwiesen. Der Tanz um das einzigartige Gesamtkunstwerk geht weiter.

Juli 2025
Das Lügenmuseum in Radebeul ist durch die Kündigung des unbefristeten Mietvertrags durch die Stadt akut gefährdet. Derzeit läuft eine Räumungsklage vor dem Amtsgericht Meißen. Ein Vorschlag zur Vertragsverlängerung um zwei Jahre wurde von der Stadt zunächst abgelehnt. Der Klagewert wurde erhöht, wodurch das Verfahren möglicherweise an das Landgericht Dresden verwiesen wird. Das Urteil ist am 20. August 2025 zu erwarten.

Wir streben keine juristische Eskalation, sondern fordern eine lösungsorientierte Verhandlung.
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Trotz des Interesses eines neuen Kaufinteressenten, der bereit ist, die Immobilie zu erwerben und das Lügenmuseum langfristig zu sichern, reagiert die Stadt erneut mit Verzögerungen. Diese Hinhaltetaktik verhindert konkrete Perspektiven für den Erhalt des Museums.
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Seit seiner Eröffnung 2012 im historischen Gasthof Serkowitz verfolgt das Lügenmuseum das Ziel eines Erbbaupachtvertrags – dieser wurde bis heute nicht realisiert. Zwischen 2013 und 2024 wurden mehrere Konzepte und Kaufangebote durch die Betreiber eingebracht, doch es kam weder zu einer Reaktion noch zu Verhandlungen.
 
Im Jahr 2022 wurde eine Petition mit über 1.800 Unterschriften eingereicht, die erst 2025  beantwortet wurde. Die aktuelle Petition fast 2.000 Unterschriften läuft bis Ende 2025. 
openpetition.de/!qsstl

Mai 2024
2024 wurde der Mietvertrag gekündigt – ohne vorheriges Gespräch. 2025 folgte die Räumungsklage; ein Vorschlag zur Vertragsverlängerung wurde abgelehnt.
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Das Lügenmuseum ist ein herausragender soziokultureller Ort mit internationaler Ausstrahlung. Es umfasst 17 Ausstellungsräume, beherbergt eine internationale Sammlung und zählte bislang 90.000 Besucher:innen. 
Das Projekt erhielt zahlreiche Auszeichnungen, ist in internationalen Netzwerken aktiv und basiert auf etwa 30.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Das Museum steht für künstlerische Freiheit, gesellschaftliche Reflexion und kulturelle Bildung – lebendig, relevant und inklusiv.
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Wir fordern von der Stadt Radebeul und ihrem Oberbürgermeister die Rücknahme der Räumungsklage, die umgehende Gesprächsaufnahme mit dem aktuellen Kaufinteressenten sowie transparente und ernsthafte Verhandlungen mit dem Ziel einer dauerhaften Lösung – etwa durch Verkauf, Erbpacht oder eine gemeinwohlorientierte Trägerschaft.
Die Betreiber des Museums müssen als gleichberechtigte Akteure in diesen Prozess einbezogen werden.
Denn es geht um mehr: Die Kündigung gefährdet nicht nur ein Museum – sie gefährdet ein über Jahre gewachsenes, anerkanntes Modell für freie Kulturarbeit, zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe. Statt Ausgrenzung und Rückzug braucht es Dialog und Verlässlichkeit. Der Erhalt des Lügenmuseums wäre ein Zeichen für die kulturelle Glaubwürdigkeit einer Stadt, die sich Kulturstadt nennt.

Stand: Mai 2026

ANALYSE

Gegendarstellung zur Stellungnahme des OBM Wendsche Radebeul gegenüber der Bundesstiftung Aufarbeitung (Juli 2025)

 

Die Stellungnahme des Oberbürgermeisters reduziert die Verantwortung der Stadt Radebeul gegenüber dem international anerkannten Lügenmuseum auf eine bloße Mietangelegenheit. Dabei wird ein einseitiges Narrativ wiederholt, das die eigentliche kulturpolitische Dimension ausblendet und durch eine rein verwaltungsorientierte Perspektive ersetzt. Die Stadt präsentiert sich als rechtstreu und hilfsbereit, während die Verantwortung für das Scheitern einer dauerhaften Lösung allein dem Museum und seinem Gründer zugeschoben wird. Eine angemessene Würdigung seiner künstlerischen, bildungspolitischen und erinnerungskulturellen Leistungen bleibt aus.

 

1. Ignorierte politische Dimension

 

Der Künstler Reinhard Zabka ist ein unabhängiger DDR-Künstler und Dissident, Zeitzeuge zweier Systeme. Mit dem Lügenmuseum hat er ein Werk geschaffen, das Transformation, Erinnerung, Manipulation und Selbsttäuschung künstlerisch verhandelt. In Zeiten wachsender Geschichtsvergessenheit ist ein solcher Ort ein bedeutender Beitrag zur demokratischen Erinnerungskultur, gerade wegen seiner Unangepasstheit.

 

2. Abwertung der künstlerischen Leistung

 

Begriffe wie „Obdach gewähren“ oder „Einlagerung von Museumsgut“ degradieren das Museum zu einem Duldungsfall. Dabei handelt es sich um eine in 30 Jahren gewachsene, einzigartige Institution mit überregionaler Ausstrahlung. Das Museum ist gleichzeitig ein begehbares Archiv der Nachwendezeit, ein künstlerisches Experimentierfeld, Gesamtkunstwerk und ein Ort gelebter Demokratiebildung.

 

3. Verkürzte öffentliche Verantwortung

 

Die Kommune trägt nicht nur haushaltspolitische, sondern auch kulturelle Verantwortung, gerade in peripheren Räumen, in denen unabhängige Kulturakteure oft prekär arbeiten. Der Trägerverein hat in den letzten Jahren rund 500.000 € Fördermittel eingeworben. Diese Leistungen drohen durch die Kündigung verlorenzugehen. Der Vorwurf, die Bemühungen seien allein an Herrn Zabka gescheitert, blendet die strukturellen Versäumnisse seitens der Stadt aus.

 

4. Dialogverweigerung

 

Weder wurde das Gespräch mit der Bundesstiftung Aufarbeitung ernsthaft gesucht, noch wurden kooperative Lösungen (Trägerschaft durch Dritte, Stiftungslösungen) eruiert. Politisch unkonventionelle Kunst benötigt Offenheit und einen weiten kulturpolitischen Horizont. Die Stadt jedoch beharrt auf einem rein verwaltungstechnischen Vorgehen.

 

5. Kulturelle Marginalisierung

 

Durch die Verdrängung des Lügenmuseums wird ein Ort kritischer Selbstreflexion an den Rand gedrängt. Die lebendige Form der Erinnerung – performativ, spielerisch, widerständig – wird als störend empfunden. Doch gerade sie ist unverzichtbar für eine offene Gesellschaft und den Anspruch auf kulturelle Vielfalt.

 

6. Falschnarrative im Detail (Auswahl)

 

„Obdach seit 2012“: Das Museum war ein freiwilliger Kulturakteur mit Vision – nicht ein bloßer Duldungsfall.

„Provisorisch von Anfang an“: Es gab tragfähige Konzepte, keine wurden angenommen. Die städtische Unterstützung blieb aus.

„Gebäudeschäden“: Der Verfall war absehbar, Vorschläge des Museums wurden ignoriert.

„3,5 Mio. nicht tragbar“: Eine Sanierung hätte durch Fördermittel auf Landes- oder Bundesebene unterstützt werden können.

„Verkauf abgestimmt“: Intransparente Kommunikation führte zum Scheitern. Die Schuldzuweisung an Herrn Zabka ist unbelegt.

Privates Projekt ohne Relevanz“: Das Museum ist ein gemeinnütziger Träger kultureller Bildung mit breiter öffentlicher Resonanz.

 

7. Schlussfolgerung

 

Die Stadt Radebeul verfehlt ihre kulturpolitische Verantwortung, indem sie das Lügenmuseum nicht würdigt, sondern es systematisch marginalisiert. Die aktuelle Situation ist Resultat eines jahrelangen Versäumnisses, aus einem kulturellen Provisorium eine dauerhafte Perspektive zu entwickeln.

 

Was nötig wäre:

Eine Anerkennung der besonderen Bedeutung des Lügenmuseums für Erinnerungskultur, politische Bildung und künstlerische Freiheit.

Eine Offenheit für strukturelle Lösungen statt pauschaler Ablehnung.

Eine öffentliche Korrektur der ausgrenzenden Narrative.

 

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