

Verständlich, dass Aussagen eines „Lügenmuseums“ Zweifel an der Glaubwürdigkeit wecken. Aber das Lügenmuseum steht im Dienste der Wahrheit. Irgendwie scheint es hier eine Verwechslung zu geben: Aus einem zugesagten Erbbaupachtvertrag der Stadt Radebeul wurde im Nachhinein ein Provisorium konstruiert.
„Der Bürgermeister hat genug vom Lügenmuseum.“ Das ist verständlich.
Noch zwei Tage bis zur Endstation. Die Besucherresonanz ist hoch, die Trauer größer. Besucher erinnern an die historische Dimension dieses Ortes, an die Verbindung von Kunst, Erinnerung und gesellschaftlicher Auseinandersetzung – manche erinnern sogar an Bücherverbrennungen oder an den Einsturz der Carolabrücke.
Der erweiterte Kunstbegriff überschreitet gewohnte Verständnishorizonte. Décollage, Happening und Aktion arbeiten mit der kritisch-provozierenden Demontage vertrauter Ordnungen. Es verweist auf die Gleichzeitigkeit von Logik und Alogik – und vielleicht ist genau das schwer auszuhalten.
Das Lügenmuseum macht seit Jahrzehnten aus dem scheinbar Unmöglichen eine künstlerische Realität. Die Künstler Dorota und Reinhard Zabka bedanken sich für fast vierzehn Jahre Gastfreundschaft in Radebeul.
