top of page

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Müller.

sehr geehrter Herr Bürgermeister Kockentiedt,

sehr geehrte Frau Dr. Lorenz,

sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

 

seit dem 1.06.2013 ist Reinhard Zabka Mitglied bei uns im Künstlerbund Dresden.  

Der Künstlerbund Dresden besteht seit 1990 und hat die Funktion des Berufsverbandes von Künstler:innen, die auf den Gebieten der Bildenden Kunst, meist freiberuflich, arbeiten. Er ist nicht kommerziell tätig und unabhängig von politischen Parteien und Organisationen. Der Verein ist Regionalverband des Landesverbandes “Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.” und gehört damit dem “Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler” (BBK) mit Sitz in Berlin an. Mit seinen über 500 Mitgliedern ist der Künstlerbund Dresden der mitgliederstärkste Berufsverband der Bildenden Künstler:innen in Ostdeutschland und einer der mitgliederstärksten bundesweit.

 

Ich habe viele Gelegenheiten wahrnehmen können, Reinhard Zabka und sein Lügenmuseum besuchen zu können. Ebenso die vielfältigen künstlerischen Aktivitäten und Formate im öffentlichen Raum., die Reinhard Zabka und sein Team konzipiert und umgesetzt haben. Die WuKaMenta oder das berühmte Holzlabyrinth zum Weinfest sind nur zwei Beispiele von vielen, die ich aufzählen könnte, die aber sicherlich jedem, der sie persönlich erlebt hat, in bewegender und begeisternder Art in Erinnerung geblieben sind. Als Augenblicke, in denen Kunst und Leben, Wahrnehmung und Realität und individuelle Illusion verschwimmen im Moment des Betrachtens und Dabeiseins.

 

Das Lügenmuseum – als Ort, an dem solche Prozesse ihren Anfang nehmen, ist einzigartig nicht nur in der gesamten Region, sondern bundesweit. Als Ort, an dem künstlerische Produktion, künstlerische Transformation und Sichtbarkeit Bildender Kunst zusammenkommen. Eine „Wunderkammer“, wie Richard von Gigantikow aka Reinhard Zabka sein Museum nennt. Die Exponate sind oft Absurditäten, auf Augenhöhe der Betrachter präsentierte Kunst, kulturelle Bildung at ist best. Mit seinem Konzept erreicht das Lügenmuseum ein vielschichtiges Publikum von Alt bis Jung und bietet einen neuen, spannenden Zugang zur zeitgenössischen Bildenden Kunst, humorvoll und augenzwinkernd. Darüber hinaus ist der Ort auch ein Mittelpunkt für künstlerische Vernetzung Radebeuler und Dresdner Kunstszene, die hier bei zahlreichen Ausstellungen und Projekten ihr Publikum gefunden hat.

 

Seit 12 Jahren nun existiert das Lügenmuseum in Serkowitz und nun steht die Kündigung ins Haus?

Der Künstlerbund Dresden wünscht unserer Kunst- und Kulturregion, dass sich die Stadt Radebeul zu ihrem Lügenmuseum bekennt. Im eigenen Interesse als eine Stadt, die ohne dieses weniger überregional interessante kulturelle Angebote zu bieten hat. Als eine Stadt, die sich traut, ein Lügenmuseum in ihre kulturpolitische Strategie zu integrieren, als Alleinstellungsmerkmal gegenüber Dresden. Als Angebot für die Stadtgesellschaft und als Standortfaktor für Tourismus und Ansiedelung.

Das Wertvolle in der Bildenden Kunst sind nicht die Exponate an sich, sondern deren Wirkung auf die Betrachtenden. Wenn es so ist, dass je vielfältiger die Wirkung, umso wertvoller das Kunstwerk, dann sprengt der Wert des Lügenmuseums jeden Rahmen.

 

Gerne helfen wir beim Heben des Schatzes und unterstützen eine zielgerichtete Konzeption für eine dauerhafte Etablierung des Lügenmuseums als Ort der künstlerischen Präsentation und Produktion.

 

Mit freundlichen Grüßen, im Namen des Vorstandes,

Torsten Rommel, 11. Juni 2024

Geschäftsführer

Mein Name ist Gabriele Stötzer und ich schreibe Ihnen aus Erfurt, wo ich schon vor 50 Jahren Kontakt mir Reinhard Zabka hatte, den ich in der Untergrundszene in Erfurt und Ostberlin als eigenwilligen Künstler kennenlernte, später in der privaten „Galerie in Flur“ ausstellte, bevor sie 1981 von der Stasi „liquidiert“ wurde. Reinhard Zabka ist auch in meinem Buch: „Der lange Arm der Stasi“ aufgeführt als eine der individuellen Leitfiguren der Untergrundkunst in der DDR. Dazu gehört auch der originelle Humor, den er gegen Spießigkeit und ignorante politische Reaktionen künstlerisch umgestaltet, so das wir uns spiegeln und belächeln können.

Ich frage mich, ob das Denken und Handeln eines Künstlers anders als das normale und alltägliche ist, um uns gerade aus diesem normalen und alltäglichen herauszuheben. Was aber nur eine scheinbare Frage ist, denn Kunst ist, wenn man es ausschließlich und ständig macht, für uns Künstler das normale und alltägliche. Aber - es ist auch das andere und da verstehe ich ihre Einwände, das Reinhard Zabka vielleicht anders als erwartet reagiert, was für ihn normal und alltäglich ist, eben als Künstler.

Die zweite Frage ist, ob sie als Politiker, von denen man sagt, das sie gerne über andere reden, aber vielleicht nicht mit ihnen, schon einmal ein Gespräch mit Reinhard Zabka hatten? Auf ihn zugegangen sind. Ich habe mit Reinhard Zabka (und noch mit 2 anderen Kuratorinnen) in Erfurt 2013 in der Kunsthalle die Ausstellung „Zwischen Ausstieg und Aktion“ über Untergrundkünstler gemacht und kann sagen, dass wir seine Vorschläge diskutiert haben und uns dabei kennen und schätzen lernten. Denn Reinhard ist ein sehr engagierter Ideenspender, der sich zudem wenig ablenken lässt von seinen Vorhaben, die Welt in einem Glitzermeer der Träume, Dinge und Emotionen zum Leuchten zu bringen. Er ist ein mit den Gegenständen, die wir übersehen, jonglierender und uns mit ihnen in die Tiefe unserer Existenz zurückführender Zauberer, der uns wie nebenbei diese Welt neu sehen lässt. Er schafft Kleinode und das in einem solchen Umfang das Kunstlandschaften entstehen, die wir durchwandern können. Und diese Kunstlandschaft ist bei ihnen in Radebeul. Können sie auf diese Wunderwelt der Dinge verzichten, nur weil darin ein für sie anstrengender Geist wacht und schafft?

Ich unterstütze Reinhard Zabka und seine Frau Dorota aus vollstem Herzen und Überzeugung. Bitte überlegen Sie sich ihr Vorgehen und setzen sie sich für das Fortbestehen des „Lügenmuseums“ ein,

danke

Gabriele Stötzer (Bundesverdienstkreuz Trägerin), Erfurt, den 11.6.2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,

als nunmehr Einundsiebzigjährige schäme ich mich zum ersten Mal aus tiefstem Herzen für meine Geburts- und Heimatstadt Radebeul. Der abrupte Rausschmiss des Lügenmuseums aus dem ehemaligen Serkowitzer Gasthof und die Ignoranz gegenüber all dem, was bisher durch Reinhard Zabka geleistet wurde, macht nicht nur mich rat- und fassungslos. Eine auswärtige Künstlerin meinte lakonisch, ob es denn eine Besonderheit von Radebeul wäre, dass man hier
den Kunstpreis und die Kündigung aus einer Hand bekommt.

Dass Reinhard Zabka im Serkowitzer Gasthof sein Museum mietfrei etablieren durfte, war von der Stadt Radebeul zweifellos sehr großzügig und hilfreich. Reinhard Zabka wiederum „schenkte“ der Stadt das wunderbare und einmalige Lügenmuseum, welches auf der Radebeuler Homepage als touristische Attraktion offeriert wird. Darauf, dass dieses Museum jeden Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen und in den Schulferien immer geöffnet ist, konnte man sich hundertprozentig verlassen. Selbst wenn Reinhard Zabka an fernen Orten
weilte, hatte er für eine kompetente Vertretung gesorgt. Für die Stadt fielen dabei keinerlei Personalkosten an. Auch die wechselnden Ausstellungen, Veranstaltungen und sonstigen Aktionen wurden aus verschiedenen Quellen finanziert. Lediglich 1.000 Euro kamen jährlich aus dem städtischen Kulturetat.

Das Lügenmuseum ist freilich kein herkömmliches Museum im didaktischen und
konservatorischen Sinne. Es ist ein zutiefst philosophischer und kommunikativer Kunst-Ort. Es ist eine genreübergreifende Ideenschmiede und vieles mehr. Das breite Themenspektrum und die anregenden Exponate bieten für ein lebendiges Museum der Zukunft reichlich Stoff.
Nachhaltigkeit, Vernetzung, Medienkultur, Familienfreundlichkeit, Alltagsbewältigung, kulturelle Bildung, Weltoffenheit, kreatives Denken und Gestalten – all das wird hier seit vielen Jahren praktiziert und vermittelt. Mit der Stadtgalerie und weiteren Kultureinrichtungen
unterschiedlichster Art erfolgt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Künstler aus Radebeul, Deutschland und zahlreichen anderen Ländern haben an den von Reinhard Zabka initiierten Projekten freudig mitgewirkt. Vieles ist auf der Homepage des Lügenmuseums sehr anschaulich dokumentiert, die Besucherbücher sind gut gefüllt und für jedermann einsehbar. Kein
Entscheidungsträger wird später sagen können, das habe ich alles nicht gewusst.

Was wird bleiben, wenn Reinhard Zabka und die ihm verbundenen Künstler aus dem Gasthof verjagt worden sind? Was soll mit den bizarren Arrangements und Installationen, mit den blinkenden und rasselnden Wunderkammern, mit der Kunst aus aller Welt und den Erinnerungstrophäen der renitenten Künstlerboheme aus der gesellschaftlichen Umbruchszeit nach dem 31. August 2024 geschehen? Was wird aus dem wunderbaren Ballsaal, den
geschichtsträchtigen Gewölbekellern und dem verwunschenen Garten? Ja, was wird aus dem ältesten Radebeuler Gasthof, welcher durch die sinnvolle Nutzung als Museum bis jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist?

Wen macht es glücklich, etwas zerstört zu haben, was nicht wenigen Menschen sehr viel bedeutet? Noch ist es nicht zu spät und man sollte sich die Frage stellen: Wird das, was dann kommt, besser sein als das, was jetzt ist?

Sehr geehrter Herr Wendsche, es liegt allein in Ihrer Hand, wie nun weiterverfahren wird. Deshalb bitte ich Sie, nicht zuletzt im Sinne einer innovationsfreudigen Kunst- und Kulturstadt, Ihre Kündigung noch einmal zu überdenken und gemeinsam mit Reinhard Zabka, dem Verein Kunst der Lüge und weiteren Fachleuten, die dem Museum verbunden sind, nach einer
praktikablen Lösung zu suchen, die den Erhalt des Lügenmuseums in Radebeul ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen Karin Baum am 6. Juni 2024
Radebeuler Stadtgaleristin im Ruhestand

„Ist das Kunst, oder kann das weg?“

Sehr geehrter Herr Wendsche, verehrter Herr Oberbürgermeister der Stadt Radebeul,

die kürzlich getroffene Entscheidung, dem Lügenmuseum zu kündigen und ihm den Ort zu entziehen, der sich in jahrelangem Bemühen und mit unzähligen Aktionen einen Namen in Stadt und Land, in der Region wie auch im Ausland erworben hat, der sich von der Idee bis zum Kulturzentrum entwickelt hat und sich großer Anziehungskraft und Wertschätzung bei all jenen erfreut, die ihn besuchen und offenbar von außerhalb des Dunstkreises Radebeul kommen, diese Entscheidung ruft Entsetzen und Fassungslosigkeit hervor.
 

Was will Radebeul sein? Eine kulturlose Stadt, die es gerade einmal zum Büchsenknall anlässlich der Karl-May-Festspiele schafft anstelle subtiler geistreicher Kunstäußerungen mit Gegenwartsbezug? Ein Sarkophag für tradierte Werke, die über die Jahrhunderte hinweg keinen Zweifel an ihrer Bedeutung ließen und von früher und früherer Hochkultur künden, deren Bezug zur Gegenwart nur den (älteren) Kunstbeflissenen noch bewusst ist?

Sie haben die Frage aus der Kabarettisten-Ecke „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ offenbar für sich beantwortet und offenkundig so, dass keine Widerrede geduldet wird: Nein, das Lügenmuseum ist keine Kunst, und ja, es kann weg. Es muss sogar weg, wie die Kündigung überdeutlich vor Augen führt. Sind Sie gut beraten mit Ihrer Entscheidung? Ihnen muss doch bekannt sein, dass der Gasthof Serkowitz sich schon vor dem Einzug des Lügenmuseums nicht verkaufen ließ. Er wird sich auch nach der Zerstörung des Kunstortes Lügenmuseum nicht verkaufen lassen.


Genügt nicht ein historisch bedeutsamer Ort in Radebeul, die Kolbe-Villa in der Zinzendorfstraße, die, unverkäuflich über Jahrzehnte, Opfer der Zerstörungswut wurde? Nicht etwa Wind und Wetter haben die Paneele in den Fluren herausgerissen und die Sanitärkeramik zerstört. Nein, das herrenlose, ungenutzte Haus wurde Anziehungspunkt für blinde Vernichtung. Und das wollen Sie jetzt erwerben? Und das wollen Sie herrichten? Es wird Milliarden kosten, aus dem ehemals funktionsfähigen Haus wieder ein solches zu errichten – und da sollen ein paar Hunderttausend für den Gasthof Serkowitz, der noch – ich betone noch! – ein funktionierendes Gebäude ist, nicht drin sein?

Nach Art der römischen Kaiser besiegeln Sie das Schicksal des Lügenmuseums. Senkte Nero den Daumen nach unten, bedeutete das den Tod der Gladiatoren in der Arena. Welch eine Schmach in einer Zeit, die Vielfalt und Interaktion, Phantasie und Kreativität nötiger braucht als je, um gegen Krieg und religiösen Fanatismus eine konstruktive Kraft zu entwickeln.

Äußerst dringlich meine Bitte: Ziehen Sie die Kündigung zurück, erhalten Sie das Lügenmuseum im Gasthof Serkowitz!

Beantworten Sie die eingangs gestellte Frage neu:
Ja, das Lügenmuseum ist Kunst, und nein, es kann nicht weg!

In der Hoffnung, Gehör zu finden, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Gisela Streufert, 1. Juni 2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,

 

die Nachricht, dass Sie den Mietvertrag mit dem Lügenmuseum in Radebeul aufgekündigt haben, hat mich erschreckt und motiviert mich, mich direkt an Sie zu wenden. Im Jahr 2016 habe ich die Laudatio zur Verleihung des Radebeuler Kunstpreises an Reinhard Zabka gehalten. Ich habe mich gefreut, dass das Lügenmuseum im alten Gasthof Serkowitz eine gute, und wie ich meinte dauerhafte Bleibe gefunden hat, und dass die künstlerische Arbeit von Herrn Zabka solch große Anerkennung findet. In den Folgejahren habe ich aus der Ferne verfolgt, wie sich das Lügenmuseum mit regionalen und internationalen Kulturakteuren vernetzt und nicht zuletzt Ihr alljährliches Weinfest auf den Elbwiesen mit fantasievollen Aktionen bereichert.

 

Ich bitte Sie: Heben Sie die Kündigung auf!

 

Geben Sie dem Lügenmuseum die Chance, auf der Basis einer Bürgerstiftung das Haus langfristig zu pachten oder gar zu erwerben, jedenfalls zu erhalten und zu betreiben.

 

Das wäre aus meiner Sicht die beste Lösung

  • für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich am gewitzten Spiel mit Lüge und Wahrheit erfreuen,

  • für die Kunstwelt, die zu eigenwilligen, und, ja, widerspenstigen Kunstproduktionen ermutigt wird,

  • für den Künstler Reinhard Zabka, dessen Lebenswerk erhalten bleibt,

  • für alle Unterstützer des Museums, die Besucher, die Kritiker, die immer wieder neuen Stoff zum Nachdenken geliefert bekommen,

  • für das Haus, das erhalten und lebendig bespielt wird,

  • und für die Stadt Radebeul, die Toleranz, Humor und Souveränität beweist.

 

Mein Eindruck ist, dass Ihre Kündigung eine Kurzschlussreaktion auf den Abbruch der Verhandlungen mit Herrn Frieling war. Sie werfen Herrn Zabka vor, er habe sich in diesen Verhandlungen unkooperativ verhalten. Mein Eindruck ist, dass sich Dorota und Reinhard Zabka auf die Zusammenarbeit mit Herrn Wilhelm Ruprecht Frieling gefreut haben. Als jedoch immer deutlicher wurde, dass dieser seinen eigenen Namen in den Mittelpunkt rücken und sein eigenes inhaltliches Programm im Haus verwirklichen wollte, schlug die Stimmung um. Ein Künstler wird immer daran festhalten wollen, dass sein Werk als solches wahrgenommen und rezipiert wird. Eine wie immer „freundliche“ Vereinnahmung durch andere Personen wird jeder Künstler ablehnen müssen. Daher war ich nicht erstaunt, als ich hörte, dass Herr Zabka sein Museum nicht unter dem Namen einer „Prinz-Rupi-Kulturstiftung“ führen lassen will und dass er Eingriffe in sein Gesamtkunstwerk ablehnt. Er will eben nicht einen anderen Weg einschlagen als seinen eigenen.

So würde jeder Kunstschaffende und letztlich jeder freie Mensch reagieren.

 

Doch, Reinhard und Dorota Zabka sind kooperative Menschen. Sie stellen ihre Kooperationsbereitschaft immer wieder in unzähligen Gemeinschaftsausstellungen und Events unter Beweis. Ihr Haus ist ein einladender Ort für Begegnung und Austausch.

 

Zeigen Sie sich bitte auch als offen und kooperativ – für eine positive Lösung!

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. Susanne Köstering

Potsdam, 6. Juni 2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,
 
in Anbetracht der jetzt ausgesprochenen Kündigung des „Lügenmuseums“ im Gasthof Serkowitz, möchten wir uns erneut an Sie wenden und Sie bitten (bei aller Unterstützung und Geduld, die Sie dafür zweifelsohne schon aufgebracht haben), doch noch einmal im Rahmen Ihrer Möglichkeiten einen dauerhaften Pachtvertrag bzw. eine alternative Räumlichkeit für diesen ganz besonderen Ort in Erwägung zu ziehen oder sonst zumindest für eine vertretbare Verlängerung der Kündigungsfrist einzutreten.
Wir halten das sogenannte „Lügenmuseum“ mit seinen Angeboten, Aktivitäten und Veranstaltungen für einen profilierten und verlässlichen Ort der intelligenten Erzählung und der (immer seltener werdenden) unvoreingenommenen und offenen multiperspektivischen Begegnung voller lustvoll diskursiver Potenziale und künstlerisch inszenierter Ironie. Diese sind auch in der Publikumswahrnehmung dem Projekt und ganz besonders Reinhard Zabka in aller Kontinuität mit immer wieder neu belebenden Ideen in außergewöhnlicher Weise zu eigen. Die besondere Atmosphäre konstruktiv kreativer Stadtkultur bringt unterschiedliche Besucher und Anrainer mit großer Ausstrahlung zusammen und eine solche können Kommunen für ein lebendiges und gemeinweseninteressiertes Miteinander heute froh sein, zu haben und zu erhalten.
Bitte prüfen Sie noch einmal die Möglichkeiten am Standort des von Ihnen dankenswerterweise bereits lange Jahre zur Verfügung gestellten Gasthofs Serkowitz für eine weitere profilierte Bespielung. Oder an einem anderen Ort mit ggf. wieder neuen Möglichkeiten der Phantasie für den „Kunst der Lüge e. V.“, gerade weil das „Lügenmuseum“ im Sinne einer lebendigen Zivilgesellschaft bewiesen hat, dass es nicht alleine von den Mitteln der Sitzgemeinde lebt, sondern mit Einsatz und Willen in der Lage ist, weitere Mittel einzuwerben und damit Bewohnern, Besuchern und weiteren Künstlern der Region einen lebendigen Begegnungspunkt und Reflexionsraum und der Stadt Radebeul einen Anziehungspunkt zu verschaffen.
 
mit freundlichen Grüßen,
 
Lydia Hempel, 4. Juni 2024
Geschäftsführerin Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

 

Der Beschluss zur Kündigung und damit Räumung des „Lügenmuseums“ zum 31.08.2024 durch die Stadt Radebeul hat mich und viele Künstler und Künstlerinnen international und national erschüttert!!!

Wir protestieren dagegen!!!

Wie kann man die Existenz eines solchen Gesamtkunstwerkes, das Jung und Alt fasziniert, in die Obdachlosigkeit "entsorgen“? 

Wie können das die Politiker / die VERANTWORTLICHEN der Stadt, des Landes Sachsen und des Bundes zulassen? 

Richtet sich diese „Maßnahme“ gegen die Person Reinhard Zabkas, der - wie viele Künstler in Vergangenheit und Gegenwart - nicht den Vorstellungen der Regierenden entspricht? 

Der aber dennoch sehr viele Menschen erreicht und begeistert? 

Wieviele Kinderherzen wurden im "Lügenmuseum" erfreut!!!

Wieviele Kunstsinnige erkannten die Visionen und das Können eines Reinhard Zabka​, der hier kinetische Kunst voller Leben kreierte! 

Ist das dem Stadtrat nie bewusst geworden? Will selbiger mit solcher Ignoranz in die Geschichte eingehen?

Ich bin fassungslos, zumal es sich bei Reinhard Zabka um einen Künstler handelt, der mutig gegen die DDR-Kultur-Ideologen aufgetreten ist und den Repressionen des für überwunden gehaltenen Regimes ausgesetzt war! 

Beschlüsse lassen sich korrigieren! 

Noch ist Zeit! 

Lieber Herr Oberbürgermeister, liebe Stadträtinnen und Stadträte: Sichert den Bestand / die weitere Existenz des Lügenmusems!!! JETZT!

Die Welt schaut nicht nur bangen Blickes nach Sachsen, sondern auch nach Radebeul.

 

Michael von Hintzenstern, 11. Juni 2024

Leiter der Klang Projekte Weimar und des Ensembles für Intuitive Musik Weimar 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister von Radebeul,
leider erfuhr ich gestern von der geplanten Schließung des Lügenmuseums.
Das halte ich für eine bedauerlich Fehlentscheidung aus folgenden Gründen:
1) Das Lügenmuseum ist eine wichtige regionale, überregionale und internationale Einrichtung.
2) Sie beruht auf einem historisch gewachsenen bürgerschaftlichen Engagement für Kunst und Kultur.
3) Es gibt wenige Künstler-Gruppen aus der DDR, die sich nicht nur erhalten, sondern stetig vergrößert und institutionalisiert haben.
4) Das Lügenmuseum bot ein breit gefächertes Kultur- und Kunstprogramm weit über Radebeul hinaus für die gesamte Bevölkerung mit viel Herzblut an.
5) Die Künstler und Kulturschaffenden des Lügenmuseums brachten sich in aktuelle Diskussionen und öffentliche Foren ein zu wichtigen kulturpolitischen Themen unserer Zeit, unserer Gesellschaft.
6) Ihr Wirken förderte stets unser demokratisches Miteinander oder ermöglichte es.
Das ist nun vorbei. Ich verstehe das nicht. Warum? Wo soll das hinführen?

Mit freundlichen Grüßen
Grit Wendelberger, 30. Mai 2024
Mitglied des BBK Künstlerbund, der VG Bild, der KSK

Lieber Herr Zabka,

ich danke für Ihre Infos und bin auch schon kräftig am Erzählen über die Bedrohung, aber eben und gerade auch über ihre tolle Initiative! Gratulation zur Arbeit, aber auch zur Kampagne gegen die Schließung, die in ihrer Breite und Aussagekraft aus meiner Sicht sehr, sehr gelungen ist! Ich kann mir vor dem Hintergrund gerade keine Schließung/ Vertreibung vorstellen!!! Und bin daher irgendwie sehr zuversichtlich, dass das noch erfolgreich abgewendet wird.

Viel Erfolg weiterhin, Kraft und Gesundheit!

Ihr OLIVER RUMP, 2. Juni 2024

Professor Dr. phil. Oliver Rump

Museologie, Museumsmanagement, HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Sehr geehrter Herr Wendsche,

 

mit dem Lügenmuseum wirkt ein kultureller Akteur von starkem Charisma und weiter Ausstrahlung in der Stadt. Der wirtschaftliche Einsatz der Kommune war im Verhältnis dazu geringfügig. Dafür, dass die Stadt ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen zurückgestellt hat, hat sie kulturell beträchtlich profitiert.

 

Investitionen in Kultur gehören zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen. Das Lügenmuseum insbesondere ist ein einmaliger Ort der Debatte und der Inspiration und kann in seinem Wert für das Gemeinwesen nicht hoch genug veranschlagt werden. Es ist wenig angemessen, von einem Künstler „Kooperationsbereitschaft“ oder auch Kompromissbereitschaft wie von einem Geschäftsführer oder Politiker zu erwarten. Ohne seine Vision hätte Reinhard Zapka nicht dieses Werk geschaffen. Dementsprechend sollte der Mangel an „Kooperationsbereitschaft“ nicht dazu führen, Unterstützung zu entziehen, zumal die Existenz des Lügenmuseums im Interesse der Stadt sein sollte. Der Verlust dieses Akteurs wäre ein gravierender Verlust für die Stadt. Und wie mag die Zukunft des stadtbildprägenden Gasthofs aussehen?

 

Die meisten Museen und kulturellen Angebote – und darunter kaum eines derart originell, inspirierend und gesellschaftlich relevant wie das Lügenmuseum – sind für ihre Träger finanziell weitaus kostspieliger als was in diesem Falle von Seiten der Kommune notwendig wäre. Wäre es nicht jetzt notwendig, alles zu tun, um diesen Künstler mit seinem Einsatz am Ort zu halten?

 

Hochachtungsvoll

 

Dr. Reimar Lacher, 6. Juni 2024

Sehr geehrter Oberbürgermeister, Herr Wendsche!

Mit Erschrecken habe ich über die Kündigung des Lügenmuseums zum 31. August 2024 gelesen. Erst vor einem Jahr war ich mit meinem Enkel und dessen Freund, beide 12 Jahre alt, dort und wohnte einer Neugier und Freude dieser beiden Jungs bei. Ich kannte die Räumlichkeiten gut, bin seit vielen Jahren dem Initiator Reinhard Zabka und dessen Team verbunden. Als Tänzerin trat ich innerhalb des jährlichen Sommerprojektes an der Elbe auf. Was kann wichtiger sein, als dieses bunte, geheimnisvolle, kunstvolle, auch aufklärende Museum!? In einer gefährdeten Demokratie ist ein solcher Schritt, ein Kunstwerk, was öffentlich auf Begeisterung stößt, einfach wegzukündigen ein Dolchstoß!! In einer gesunden Demokratie sollte ein respektvolles Umgehen miteinander, auch wenn Sie vielleicht persönlich mit diesem kunstvoll gestalteten Museum nicht soviel anfangen können, möglich sein. Sie ziehen den Menschen, die dieses Kleinod geschaffen haben, den Boden unter den Füssen weg, einfach mal so. Oder stellen Sie diesen Menschen alternative Räumlichkeiten zur Verfügung... wo denken Sie können die Menschen hin, wo können Sie leben und wo können die Kunstwerke gelagert werden... ist Ihnen das als Oberbürgermeister und Mensch egal!? Ich will Ihnen keine ellenlange Mail schreiben, ich möchte darauf hinweisen, dass Sie in Ihrer Funktion eine Verantwortung für die Umgehensweisen innerhalb unserer Gesellschaft tragen und fordere deshalb eine Rücknahme der Kündigung!!

Mit freundlichen Grüßen
Fine Kwiatkowski, 3. Juni 2024
Tänzerin

Lieber Christhard Neubert (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg),

anbei der Hilferuf des Lügenmuseums in Radebeul, es wird geschlossen. Das Museum ist ein Projekt der Ostdeutschen Subkultur und endstand in den 80er Jahren. Ich habe R. Zabka kennen gelernt als er mich eingeladen hat zu einer Ausstellung in der Zionskirche in Berlin 2019. Es war ein wunderbares Projekt zum Jahrestag der Wende. 10m lange Fahnen mit Feuerbilder hingen von den Emporen, kinetische Objekte bewegten sich im Raum, Performances waren in der Kirche zu sehen. ich habe diesen Anblick genossen, er hat sich tief eingeprägt, ein wunderbares Erlebnis. Auch in Dresden und Leipzig hat er in Kirchenräumen Ausstellungen organisiert Er ist ein liebenswerter bescheidener Mensch und ich würde mich wünschen, er könnte seine Arbeit im Kirchenumfeld weiter führen. Seine spielerische Objektkunst begeistert vorallen Kinder und Menschen die sich ihre Natürlichkeit bewahrt haben, das fällt völlig aus den Rahmen und stemmt sich gegen den Zeitgeist. Vielleicht findet sich in Wittenberg eine Möglichkeit wo er weiter machen kann, zur Lutherstadt würde es hervorragend passen.

 

Mit freundlichen Grüßen Kurt Buchwald, 2. Juni 2024

Fotograf und Bildender Künstler

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,

ich wende mich mit einer Sache an Sie, die mich sehr beschäftigt. Stimmt es, dass das Lügenmuseum geschlossen werden muss, weil der Mietvertrag nicht verlängert wird? Das kann ich einfach nicht glauben. Eine kulturhistorische Sammlung in einem dazu passenden alten Gasthof soll vorbei sein? Obwohl ich in Chemnitz wohne, verfolge ich das Lügenmuseum, seit es in Serkowitz angesiedelt ist. Einfach eine einmalige Sammlung, um Geschichte zu dokumentieren und mit unzähligen Raritäten, Kuriositäten und ungewöhnlichen Dingen Nachdenklichkeit und Freude zu bereiten. Auch meine Enkel kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Das Engagement von Reinhard Zabka in Sachen Kultur und Kulturpolitik ist Ihnen sicher hinlänglich bekannt. Ich besuchte öffentliche Aktivitäten, wie Aktionen in Dresden, vor Jahren auch im Festumzug des Elbhangfestes, oder auch in Radebeul. In Chemnitz, Kulturhauptstadt 2025, belebt man alte Gebäude, und private Initiativen sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, bitte bewahren Sie die einmalige Sammlung des Lügenmuseums im Gasthof Serkowitz, ein touristischer Höhepunkt für Radebeul. Die Stadt kann davon profitieren, das Lügenmuseum ist einmalig.

 

Mit besten Grüßen aus Chemnitz

Irma Helga Lindner, 3. Juni 2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Bert Wendsche,

 

ich wurde von Ihrer Kündigung des Lügenmuseums informiert und bitte Sie sehr diese Entscheidung zurückzunehmen.

Wie Sie wissen ist das Lügenmuseum ein gewachsenes künstlerisches Gesamtprojekt und mit dem Gebäude des Gasthofes verschmolzen.

Wie Sie Wissen ist in dieses Kunstprojekt sehr, sehr viel Arbeit, Kreativität, Herzblut und vieles mehr geflossen.

Wie Sie wissen bedeutet das Lügenmuseum vielen Menschen auch außerhalb von Rdebeul und  von Sachsen sehr viel.

Ich bitte Sie sehr die Kündigung zu überprüfen, neu zu bearbeiten und diese nicht umzusetzen. Bitte nehmen Sie die Kündigung zurück.
 

Mit freundlichen Grüßen

 

Wolfgang Musigmann, Diakon und Chris Reichwald, Tai Chi Lehrerin

1. Juni 2024

Lieber Herr Zabka,

 

ich habe diese negative Nachricht in meiner Reha-Klinik Wiesenbad erhalten. Wenn ich wieder gehen kann und Auto fahren darf (ab Anf.Juli) werde ich das Museum besuchen.

Ich mache mir Gedanken, wie man das retten kann. Ob man das in Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 bringen kann, weiß ich nicht. Aber stünde es hier, wäre das ein high light.

 

Andere Idee: Wie stellt man sich in der Akademie der Künste Dresden zu diesem Projekt? Eigentlich müssten Sie auch von dort Unterstützung erhalten.

 

Die alte Idee, das LM im Schloss Rothschönberg anzusiedeln, wäre nur im Rahmen einer Gesamztkonzeption denkbar. Das Schloss ist weiterhin vakant, d.h. die letzten Interessenten sind nach zu langsamer Entscheidung der Gemeinde wieder abgesprungen.

 

Ich würde den Kulturverlust sehr bedauern. Aber diese Einrichtungen sind ja über Jahre gewachsen und man kann sie nicht schnell in ein anderes Haus umsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gert Rehn, 4. Juni 2024

Lieber Reinhard,

welch Schande zieht sich der OB von Radebeul auf den Tisch. Wer steckt hinter dieser Aktion des Obs? Den Umzug kannst Du nicht ohne weiteres realisieren. Gibt es ein neues "Haus" für dein Museum? Es macht uns so unendlich traurig und wütend zu gleich!!! Wer könnte helfen? Presse, MdB, MdL, andere Abgeordnete! Bitte berichte über den Fortgang dieses Rausschmisses weiter! BOX- Erfahrung!

In trüber Stunde verbunden Eberhard Storch, 2. Juni 2024

Lieber Reinhard, liebe Dorota,

ich bin fassungslos und entsetzt über die Kündigung des Lügenmuseums. Es ist unfassbar und zeigt um so mehr den Stellenwert von Kunst, dem Engagement und der Missachtung Eurer herausragender Arbeit und die von weiteren engagierten Künstlern und zeigt damit leider auch unserer Werte, bezüglich von Kunst und Kultur in diesem Land. Ich schreibe dem Oberbürgermeister sowie der Zeitung eine Stellungnahme als Künstlerin des Bundesverbandes sowie als Besucherin des Museums, bezeuge die Wichtigkeit solcher Kunstund Kulturprojekte und die unabdingbare Notwendigkeit eines solchen Kulturstandortes. Bezüglich der Wichtigkeit von Kunst und Kultur und Eurer momentanen Situation sollte Ihr euch an alle Kunstverbände des Landes wenden um in dieser Form darauf aufmerksam zu machen! Das Lügenmuseum ist eine einzigartige Schöpfung aus Geschichte und Kunst - mit Eurem Engagement sowie der Herzensangelegenheit KUNST & KULTUR zu betreiben, habt Ihr eine bedeutende kulturhistorische Einrichtung geschaffen, die nicht verloren gehen darf und ihren Standort unbedingt behalten muss.

Edel Vostry, 1. Juni 2024

Bildende Künstlerin

Hallo Reinhard,

Ich bin gerade unterwegs in Spanien auf dem Jacobsweg nach Santiano de Camposela, der größten kulturschaffenden Lügengeschichte der Christenheit: überall wunderbare Kathedralen und Klöster errichtet auf der Basis von obskuren Knochensplittern oder Haaren, ein touristisches Großereignis und Geschäft, das seit tausend Jahren müden Sündern neuen Lebensmut gibt. Und da erreicht mich dein Schreiben mit der Kündigungsankündigung der bürokratbanausigen Übeltäter, die in Radebeul das schönere Lügenmuseum zerstören und sich weiter mit dem minderen Lügenmuseum eines aufgeblasen Knastbruders brüsten, statt die Chance zu ergreifen, als Stadt der 2 Lügenmuseen KarlMay und Kulturpilgerscharen anzulocken. Ja geht's noch mit der abgrundtiefen Dummheit dieser Unkultur-Politiker? Hilft da noch Briefeschreiben? Oder sollte ich statt dessen lieber Wind, Sand, Sonne, Wein, Tapas und auf Lügen gewachsene Kultur Spaniens genießen???? Dann müsstest du mir ein paar Stichworte liefern, welche Argumente aus der Feder eines emeritierten Berliner Professors überhaupt IRGENDEINEN Wert haben? Ich hab ja schließlich schon mal an OB und Presse geschrieben. Solltet Ihr nicht lieber, wenn die Entscheidung eh' gefallen ist, mit Eurem Film und Euren Unterstützern eine Such- und Fundreising Aktion starten um ein neues Quartier zu finden???

Ich wünsche viel Glück in allem Unglück!

Heiner, 1. Juni 2024

Lieber Reinhard, liebe Dorota, gerne schreibe ich mich ins Kondolenz_Buch ein mit meiner Wertschätzung für das Lügenmuseum + dem Wunsch nach einer Wiederauferstehung ! Seid herzlich umärmelt :…

Anna Barth, 3. Juni 2024

TanzArt Labor Berlin

Hallo,

auch wenn ich die Sicht der "Gegenseite" nicht kenne, macht mich die Nachricht von der Kündigung auch betroffen.

Die Einschätzung des Rechtsanwaltes des Künstlerbundes irritiert mich ebenso. "Vermutlich" ist diese Kündigung rechtswirksam, dennoch müsste zumindest eine Fristverlängerung möglich sein. Ebenso müsste eine Einigung/Vergleich über die Umzugs- Beräumungs- und Transportkosten möglich sein. Es geht um die Existenzbedrohung von Menschen und um ein anerkanntes Kunst- und Kulturprojekt. Hat sich der Rechtsanwalt dazu geäußert?

Alles Gute und freundliche Grüße!

Mario Pitz, 1. Juni 2024

Ihr Lieben, ich bin fassungslos, dass es das jetzt gewesen sein soll. es tut mir so unendlich leid.... gebt bescheid. Schwer tragen kann ich nicht mehr, aber einpacken.
feste umarmung von chady, 3. Juni 2024

ihr tapferen beiden ich hoffe, es wird eine lösung gefunden wie man sagt von oder im allgemeingegenseitigen und so weiter ... was ich tun kann erledige ich - denn information bildet kreise und vielleicht ist ja irgendwo bei meiner mailerei retung dabei in sicht? weiß ichs? mehr tun kann ich nicht mit meinen zwei linken füßen. 
pewa Peter Wawerzinek, 1. Juni 2024
Autor

Lieber Reinhard, Oh je, da fällt mir nix ein. Die Mieten steigen überall und Institutionen werden geschlossen. Auch wir müssen ab 2025 300% mehr Miete bezahlen. Es ist eine katastrophale Zeit. Tut mir leid, dass ich keinen Tip geben kann. Allerdings hört man immer wieder, dass Kleinstädte veröden, weil Läden schließen müssen. Und manche Bürgermeister suchen nach attraktiven Zwischenlösungen. Aber da müsste man recherchieren.

Gruß. Christoph Tannert, 31. Mai 2024

Künstlerhaus Bethanien

Liebe Dorota, lieber Reinhard,

Sehr berührt mich, daß Euer wunderbares ,einmaliges Lügenmuseum nicht mehr da sein soll. Es stimmt mich sehr traurig, daß für Kreativität kein Raum ist und daß sie dem Kommerz weichen muß.

Ich bin froh, daß ich eure schöne , witzige, charmante Installation und besonders Euch, kennenlernen durfte.

So viel Arbeit steckt in dem Museum und in Haus und Garten.

Wo geht es hin mit den ganzen Installationen?

Was werdet Ihr machen, wo werdet Ihr sein?

Gibt es keine Proteste von den Bürgern der Stadt?

Ich hätte Euch so gern als Mitglied und Freund des Museums weiter unterstützt.

Gibt es dafür keine Chance mehr?

Ich denke sehr an Euch und wenn ichEuch in irgendeiner Weise unterstützen kann, lasst es mich bitte wissen.

In Verbundenheit
Gisela Koch, 4. Juni 2024

Lieber Herr Zabka,

 

ich habe diese negative Nachricht in meiner Reha-Klinik Wiesenbad erhalten. Wenn ich wieder gehen kann und Auto fahren darf (ab Anf.Juli) werde ich das Museum besuchen.

Ich mache mir Gedanken, wie man das retten kann. Ob man das in Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 bringen kann, weiß ich nicht. Aber stünde es hier, wäre das ein high light.

 

Andere Idee: Wie stellt man sich in der Akademie der Künste Dresden zu diesem Projekt? Eigentlich müssten Sie auch von dort Unterstützung erhalten.

 

Die alte Idee, das LM im Schloss Rothschönberg anzusiedeln, wäre nur im Rahmen einer Gesamztkonzeption denkbar. Das Schloss ist weiterhin vakant, d.h. die letzten Interessenten sind nach zu langsamer Entscheidung der Gemeinde wieder abgesprungen.

 

Ich würde den Kulturverlust sehr bedauern. Aber diese Einrichtungen sind ja über Jahre gewachsen und man kann sie nicht schnell in ein anderes Haus umsetzen. Banausen!!

Mit freundlichen Grüßen
Gert Reh, 4. Juni 2024

Architekturbüro Chemnitz

Radebeul schmeißt Lügenmuseum raus!


Man glaubt es kaum, sind wir hier jetzt eigentlich in einem Tollhaus?! Der oberste „Hirte“ der Stadt
Radebeul setzt das in der Bundesrepublik einmalige Museum, welches auch in Europa seines
Gleichen sucht, auf die Straße! Hat er oder kann er nicht verstehen, welcher Schatz vor 12 Jahren in
seine, unsere Stadt durch glückliche Umstände gekommen ist?
Man muß ja den Zabkas und den vielen bisher mitwirkenden internationalen Künstlern nicht gleich die
Füße küssen – verdient hätten sie es allemal! Sie haben 12 Jahre ein Museum mit vielfältigen
Angeboten betrieben und befördert, ohne nennenswerte Unterstützung. Freilich, die Miete für das
Objekt wurde den Zabkas erlassen. Hier sei der Stadtverwaltung gedankt. Dafür hat Radebeul ein
kreatives künstlerisches Zentrum mit internationaler Ausstrahlung erhalten, das man so schnell
anderswo nicht finden kann.
Man ist geneigt Beifall zu klatschen, ob dieses himmelschreienden Unfugs. Besser kann nicht
demonstriert werden, wie man über die Kunst denkt, wenn dieser Akt nicht so ruf- und
existenzschädigende Wirkung hätte. Man schämt sich Radebeuler zu sein!
Sieht so eine verantwortliche Kulturpolitik aus, die die Stadtverwaltung und offensichtlich große Teile
der Politik zum Wohle der Bürger betreiben? Was sagt da eigentlich das Kulturamt dazu? Ist es nicht
die Pflicht eines Stadtoberhauptes, Schaden von der Gemeinschaft abzuwenden, der wahrlich nicht
allein am Ökonomischen gemessen werden kann? Oder wird hier gar eine Politik nach persönlichem
Geschmack betrieben?
Seltsam auch, daß auf dem großen Wahlforum am 9. Juni dieser Skandal allen Kandidaten kein
Sterbenswörtchen wert gewesen ist.
Man kann nur hoffen, daß die Verantwortlichen zur Besonnenheit zurückfinden und sie die Stadt nicht
gar zum Gespött der ganzen Republik machen.
Karl Uwe Baum, 5. Juni 2024
ein Bürger Radebeuls

Sehr geehrter Herr Wendsche!

 

Mir liegen Informationen zum Lügenmuseum in Ihrer Stadt vor.

Das Haus soll von der Kommune gekauft und umgewidmet werden.

 

Das mag ich nicht glauben, dass die Verantwortlichen einer Stadt in Sachsen so ihre Amtspflichten verstehen.

 

Auf der Webseite der Stadt ist zu dem Museum zu lesen:

Das weltweit einzigartige Museum versteht sich als ein ständig wachsendes Gesamtkunstwerk, das die Fantasie der Besucher anregt und zur kulturellen Bildung beiträgt.

 

Und das soll nicht fortgesetzt werden können?

 

Besinnen Sie sich bitte auf Ihren Amtseid, in dem Sie sicher geschworen haben, Schaden von der Stadt und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern abzuwenden.

 

Verständnislos und entsetzt grüßt

Martin Hoffman, 5. Juni 2024

Maler und Graphiker

Bitte…um alles in der Welt, erhalten Sie diesen wundervollen Ort!
Bitte: Bringen Sie den Gegenbeweis für folgendes Zitat!
Der Beweis ist endgültig erbracht, dass nicht jeder Bürgermeister ein Meisterbürger ist.
Peter E. Schumacher
Werden Sie zum Meisterbürger :o)
Alles Liebe,
Daniela Dörfel, 1. Juni 2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,

 

mit tiefer Betroffenheit, Unverständnis und auch Ärger erfuhr ich von Ihrer Kündigung des Lügenmuseums mit der massgeblichen Begründung, Reinhard Zabka hätte sich nicht kooperativ verhalten, als sich endlich eine von allen, auch der Leitung des Museums, herbeigesehnte Lösung der Situation anbot. Leider war diese durch die Vorstellung des Investors dann letztendlich für das Ehepaar Zabka wohl doch nicht so akzeptabel - ohne dass es eine weitere Kommunikationsmöglichkeit gab. Nach dessen Rückzug erfolgte dann offensichtlich kurzfristig die Kündigung des Mietvertrags Ihreseits mit der o.g. Begründung.

Ich kann Ihre Enttäuschung über das scheitern des anfangs so hoffnungsvollen Angebots sehr gut verstehen, aber durch die recht einseitige Betrachtug ohne Berücksichtigung des ursächlichen Sachverhaltes empfinde ich die Schuldzuweisung an Herrn Zabka als unangebracht diffamierend.

 

Mit dieser einmaligen künstlerischen Belebung eines ursprünglich maroden Gebäudes zu einer regional, bundesweit und auch international anerkannten kulturellen Einrichtung hat sie das Image Radebeuls erheblich bereichert. Dieser immaterielle Wert für die Menschen und die Stadt konnte durch das Engagement, das Können und die visionären Kreationen Reinhard Zabkas und seiner Mitstreiter ermöglicht werden, zweifelsohne auch durch die Bereitstellung des Gebäudes und den Verzicht auf Mietzahlungen durch die Stadtleitung. Ich kenne ( auch bei gemeinsamen Aktionen) und schätze Reinhard Zabka seit über 45 Jahren und weiß, wieviel Herzblut und Tiefgründigkeit in seinen Projekten stecken trotz oder gerade wegen ihrer spielerischen Leichtigkeit, mit der er sie oftmals präsentiert.Ebenso kenne ich seine jahrelangen Bemühungen,  um dem Museum  eine tragbare räumliche Basis zu geben. Der historische Gasthof Serkowitz ergibt mit dem so besonderen Flair des Lügenmuseums und der liebevollen Aussengestaltung ein harmonisches Ganzes, auf das Radebeul und seine Bewohner stolz sein können.

 

Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich mit etwas Abstand doch noch ein sachlicher Austausch und dann auch eine Lösung trotz aller nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Belange ergeben würde und sich auch noch weiterhin viele Besucher und besonders die Kinder aus dem In- und Ausland an der wunderbaren Welt und der Botschaft  dieses so ganz besonderen Ortes erfreuen können.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. med. Ute Licht

 

Berlin, 07.06.24

Warum ist der Erhalt eines einzigartigen „Museums der Lüge“ für nächste Generationen in Radebeul, Dresden, Leipzig, Sachsen und in der Welt von eminenter Bedeutung,  

 

sehr geehrter Herr Bürgermeister Wendsche, hochgeschätzte Öffentlichkeit, liebe bunte Stadt Radebeul?

 

Weil es uns allen in noch nie da gewesener Weise einen glaubwürdigen Spiegel vorhält. Und weil es uns zeigt, wie fragil Glaubwürdigkeit zu allen Zeiten der Menschheit war und, dass wir uns sehr wohl jederzeit dazu in die Lage zu fühlen vermögen, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.

 

Für Bürger mit DDR-Vergangenheit gehörte einst außerordentlicher Mut dazu, den Finger auf Verwundungen und Verletzungen durch Lügen zu legen. Mit Blick auf künftige Generationen erscheint es mir umso mutiger, couragierten Vorbildern mit Weitsicht und Herzblut wie Reinhard und Dorota Zabka ein Denkmal in Ihrer Stadt zu setzen. Ein lebendiges Künstler-Denkmal, „ein dritter Ort“, der begonnen hat, sich heimatlich zu verwurzeln, dessen exzellenter Ruf bereits über Ihre Stadtgrenzen hinaus gewachsen ist und  Menschen aus aller Welt anzieht, inspiriert und erfreut.

 

Ich lebe seit 2 Jahren nebenan in Altkaditz. Bei einem meiner ersten Spaziergänge über den Elbradweg entdeckte ich in Radebeul-Altserkowitz dieses Kleinod und verliebte mich sofort darin. Welch ein Glück, dachte ich damals und denke ich immerfort, so einen stärkenden Quell-Brunnen an Kreativität, Soziokultur, natürlichem Künstlertum in meiner Nachbarschaft zu wissen!

 

Eine „soziale Skulptur“ begehbar, erlebbar, mitgestaltbar für jedermann, jedefrau und jedes Kind, an der partizipativ, ökologisch-demokratische Teilhabe glaubwürdig praktiziert wird!

 

Alle Bürger dieses Landes wissen es, die wenigstens glauben noch dran.

Es gehört größter Mut als verantwortungsvolles Oberhaupt einer Stadt  - wie bespielsweise Radebeul - dazu, eine Fehlentscheidung weise zu überdenken und vor allem sich jederzeit auf Augenhöhe die Hand reichen und offen, erwartungsvoll ins Gesicht schauen zu können.

 

Reichen Sie Reinhard und Dorota Zabka die Hand, danken Sie Ihnen für ihre engagierte Standhaftigkeit und würdigen Sie den kultur- und kunsthistorischen Schatz, den sie Ihnen am Altserkowitzer Anger zu Füßen gelegt haben.

 

Lassen Sie uns gemeinsam mit dem nächsten, von Zabkas Netzwerken erschaffenen Labyrinth beim Radebeuler Herbst- und Weinfest an der Elbe ein Feuerzeichen für Versöhnung, Verständigung und Mitmenschlichkeit setzen!

 

„Das feurige Finale löst alle Mühen auf!"

 

Hochachtungsvoll im Voraus und 

mit freundlichem Dank,

Cornelia Rank, 8. Juni 2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wendsche,
ich war bisher stolz, dass Radebeul eine Kulturstadt ist, die es mit ihren Künstlern gut meint.
Welche Stadt hat schon eine eigene Galerie? Welche ein Weinfest mit einem brennenden Labyrinth?
Welche Stadt gab dem verrücktesten Museum der Welt ein Dach und pflegt „ganz
nebenbei“ Erinnerungskultur an die DDR? Es ist unsere, meine Stadt, die Stadt in der ich lebe.
Sie kennen mich Herr Wendsche und wissen, dass ich meiner Stadt dafür immer etwas zurück gebe.

Zuletzt war es mein Holzschnitt „Abraham dankt für sein Land“ als Geschenk im Rahmen für die Hilfe für Osteuropa in der Lutherkirche.
Nie hätte ich geglaubt und glaube es noch immer nicht, dass das Lügenmuseum so enden soll.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie, sehr geehrter Herr Wendsche meinen, dass Dorotka und Reinhard kurz entschlossen einfach umziehen, wie man es mit der Einrichtung einer Drei-Zimmer-Wohnung tut.

Ihre Kündigung ist das Ende einer einmaligen fantasievollen Kunst. Sicher verstehen diese Art Kunst nicht alle
Radebeuler. Aber wer versteht schon jede Kunstrichtung. Kunst muss sich im Betrachter brechen, spiegeln, die Fantasie beflügeln, neue Türen öffnen. Die vielen Besucher im Laufe der Jahre sind Beweis.
Besonders hat dieses Museum Kinder erreicht. Das mag daran liegen, dass sie noch offen und begeisterungsfähig sind. Durch meine Arbeit mit Grundschülern weiß ich, wie entsetzt sie waren, als sie hörten, dass der Serkowitzer Gasthof, alias Lügenmuseum in wenigen Wochen schließen muss. Die Kinder entwickelten sofort Ideen, wie das verhindert werden kann. Diese Ideen sind natürlich nicht praktikabel.
Aber was möglich ist, ist die Zurücknahme der Kündigung und den Erhalt des letzten alten Gasthofes mit Saal in Radebeul. Darum bitte ich Sie sehr, Herr Wendsche.
Ich bin mir sicher, dass Sie dadurch als Oberbürgermeister an Achtung gewinnen
und die meisten Radebeuler das Ihnen danken werden
Mit freundlichen Grüßen
Renate Winkler

Sehr geehrter Herr Wendsche,

 

ich schreibe Ihnen als Förderkunstpreisträgerin der Stadt Dresden 2023 und als berufene Kulturbeirätin der Stadt Dresden ab Januar 2024. 

Ich habe von der Kündigung des Lügenmuseums zum Ende August dieses Jahres erfahren und bin davon komplett sprachlos. 

Das Lügenmuseum ist in den letzten Jahren eines der Orte in Dresdner Umgebung, in Radebeul, in Deutschland, die am meisten mich und meinem Freundeskreis und meinem Besuch aus dem Ausland verzaubern, amüsieren, lehren, die graue Zellen zum Arbeiten und die Seele zum Lachen bringen. 

Ich bin sprachlos, dass eine Kulturstadt wie Radebeul dieses kreative enorme Gut einfach so auf die Straße setzt. 

Tun Sie bitte was, dass dies nicht passiert. Tun Sie bitte was, dass Reinhard und Dorota Zabka in Serkowitz im Ballhaus bleiben dürfen und weiterhin Ihre Stadt und Deutschland gleichzeitig sehr effizient und sehr kreativ bereichern. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Nazanin Zandi, 10. Juni 2024

Grafik-Atelier Zandigrafix

Sehr geehrter Herr Wendsche,

 

gern erinnere ich mich an unser Gespräch im Januar, bei dem Sie mir erklärten, wie die Verwaltung die Interessen der Bürgerinnen und Bürger verwirklichen helfen will.

 

Anlässlich der nun erfolgten Kündigung des Mietvertrages für das Lügenmuseum frage ich mich, wie in diesem komplexen Fall der demokratische Prozess der Willensbildung und Entscheidungsfindung umgesetzt wurde.

 

Welche Gewichtung erhalten wirtschaftliche gegenüber kulturellen Interessen? Mit welchem Personenkreis wurden Alternativen gesucht und diskutiert? Welche Beteiligungsmöglichkeiten am Entscheidungsprozess wurden angeboten?

 

Ich halte das Lügenmuseum und die von dort ausgehenden Impulse und Veranstaltungen für sehr wesentliche Bestandteile des kulturellen und künstlerischen Lebens der Stadt. Sie werden darüber hinaus überregional wahrgenommen und stellen eine große Bereicherung des öffentlichen Diskurses dar.

 

Ich hoffe, dass es noch einen Verhandlungsspielraum gibt, um ein Weiterbestehen des Museums auf irgendeine Art zu ermöglichen.

 

Vielen Dank!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Cornelia Figas, 10. Juni 2024

 

Netzwerkstelle für demokratische Werte

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister von Radebeul,

mit Herrn Zabka bin ich seit ca. 1970 befreundet. Dadurch kenne ich ihn und seinen musealen Leidensweg recht gut. Er ist z. B. trotz PM12 (begrenzter Aufenthaltsbereich in der DDR) nach Ost-Berlin "geflüchtet", um künstlerisch tätig zu sein und war hier im kulturellen Bereich uneigennützig lange Zeit sehr aktiv.

Wir bitten Sie herzlichst zu prüfen, ob sein Lügenmuseum - ein Hotspot von und für Radebeul -  weiterhin und dauerhaft im Gasthof Serkowitz bleiben darf.

 

Herzlichste Grüße nach Radebeul!

Unterstützer Eberhard Storch und Freunde

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,


ich kann leider nicht an der letzten Sitzung des Stadtrats am 12. Juni teilnehmen und mich an der Diskussion über die Zukunft des Lügenmuseums beteiligen, deshalb schreibe ich Ihnen diesen Brief.

Sie haben Herrn und Frau Zabka zum 31. August 2024 gekündigt. Diese Nachricht hat Fassungslosigkeit und Bestürzung nicht nur in mich ausgelöst. Meiner Meinung nach ist diese Ankündigung auch eine Art Todesurteil für Herrn Zabka.
 

Wie Sie wissen, ist Herr Zabka nicht mehr der Jüngste. Wo soll er die Zeit und sicherlich auch die Energie hernehmen, um sein Museum abzubauen und an einem anderen Ort wieder aufzubauen?
Dafür rechnet er mit ein paar Jahren. Allerdings müsste es einen anderen Ort geben, und das ist nicht der Fall. Und selbst wenn es einen anderen Ort gäbe, würde es aber auch noch zusätzliche
Jahre dauern, bis er wieder ein Publikum an sich binden könnte.
Lassen Sie uns nun über das Lügenmuseum sprechen. Ich kann nur hoffen, dass jeder von Ihnen es schon einmal besucht hat. Das erste Mal, als ich ins Lügenmuseum eintrat, war ich verzaubert..
Die Melodie der „Amelie“, die kleinen Lichter überall, das Zahnbürsten-Karussell, die „sprechenden“ Koffer, so eine „fremde“ Poesie!.. Ein Ort, der keinem anderen gleicht und gleichzeitig Verwandte hat, wie zum Beispiel in Frankreich, wo ich an den „Palais idéal“ von Ferdinand Cheval denke oder an den Künstler Chomo und sein Kunstdorf bei Paris oder das Chaosmuseum in der Nähe von Lyon. Sie sehen also, Sie brauchen gar nicht so weit zu gehen,
Sie haben hier einen Ort „das Lügenmuseum“, der in seiner frechen, poesievollen Form genau das Gegenstück ist aber in gleicher Zeit einmalig ist. Radebeul hat das große Glück, diesen
außergewöhnlichen Ort zu besitzen. Sie haben in Radebeul die Chance, einen äußerst aktiven Künstler zu haben, der immer und
immer wieder, neue Event schafft. Eine seiner neuesten Errungenschaften ist die „Künstlerbrücke“, die Künstlerhäuser und Vereine der Region zusammenbringt. Eine seiner
Visionen ist es, einen Austausch von Künstlern mit Wohnsitz nicht nur in Sachsen oder Deutschland, sondern auch im Ausland zu ermöglichen. Austausch ist immer eine Quelle großen Reichtums. Kurzum, Sie haben hier eine Schatzquelle in Radebeul...


Deshalb bitte ich Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, Ihre Entscheidung zu überdenken und Herrn Zabka und seine Frau eine Chance zu
geben. Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, sich mit Herrn Zabka zu einigen?.. Denn wenn das Gasthaus in Serkowitz in den Händen von Immobilienentwicklern verschwindet, hat die Stadt
Radebeul die Chance verpasst, einen kulturellen Hotspot zu besitzen. Ich spreche von jetzt, aber natürlich auch von der Zukunft.
Und wenn es kein Lügenmuseum in Radebeul mehr gibt, wird es auch kein Labyrinth auf dem Weinfest mehr geben, was für ein unschätzbarer Verlust! Wie oft habe ich Leute sagen hören:
"Radebeul, die Stadt mit Flair...".
Und übrigens, haben Sie den Kulturtipp von Deutschlandfunk Kultur über das Lügenmuseum gehört, der natürlich auch die Stadt Radebeul über ihre Grenzen hinaus strahlen ließ?


ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe mit herzlichen Grüßen


Sophie Cau, 11. Juni 2024
bildende französische Künstlerin, die seit 30 Jahren in Rabeul lebt

bottom of page